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Schwaben Center Augsburg

Im Zentrum des Entwurfskonzepts steht die Ausbildung differenzierter Freiraumtypologien mit jeweils eigenständigen Funktionen, Qualitäten und Identitäten. Diese leiten sich sowohl aus der Setzung der Baukörper als auch aus dem stadträumlichen Kontext ab. Bestehende Qualitäten werden bewusst aufgegriffen, weitergedacht und teilweise neu interpretiert, um ein kohärentes und zugleich zukunftsorientiertes Gesamtbild zu schaffen.
Die räumliche Gliederung des Quartiers erfolgt über vier Schwerpunktbereiche, deren Charaktere sinnbildlich anhand anatomischer Begrifflichkeiten beschrieben werden. Dieses Bild unterstützt das Verständnis eines zusammenhängenden, „organischen“ Gefüges, das von Kopf bis Fuß durchgearbeitet ist.
Der „Kopf“ bildet den Auftakt des Quartiers zur Friedberger Straße hin und fungiert als prägnante Adresse mit hoher Öffentlichkeitswirksamkeit. Dieser Raum ist darauf ausgelegt, Offenheit und Einladung auszustrahlen und eine starke Verbindung zum Stadtraum herzustellen. Die ursprüngliche, sehr dominante Kontur des Wettbewerbsentwurfs wird dabei aufgegriffen, jedoch zugunsten einer höheren Durchlässigkeit und besser nutzbaren Flächen neu interpretiert. Durch differenzierte Randzonen entstehen kleinteiligere, menschlich maßstäbliche Teilräume mit vielfältigen Aufenthaltsqualitäten.
Der öffentliche Raum fungiert als verbindendes Element zwischen dem „Kopf“ und dem „Herz“ des Quartiers. Dieses Quartiersherz bildet einen zentralen Treffpunkt für alle Nutzergruppen und zeichnet sich durch die Überlagerung von Aufenthaltsflächen und dem schattenspendenden Blätterdach der angrenzenden Grünstruktur aus. Als „Intarsie“ im Freiraum hervorgehoben, erhält dieser Bereich eine besondere gestalterische Betonung. Unterschiedliche Nutzungsangebote wie Spiel-, Bewegungs- und Aufenthaltsflächen fördern die soziale Durchmischung und beleben den Raum über den gesamten Tagesverlauf hinweg.

Bauherr

Solidas Immobilien GmbH, Augsburg

Leistungsphasen

1-4

Honorarzone 

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Fläche

ca. 14.000m²

Fertigstellung 

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Baukosten

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Baukosten

ca. 0,75 Mio. €

Anatomie des Freiraums

Die „grüne Lunge“ entlang des Heuwegs entwickelt den bestehenden Grünraum zu einem naturnahen Erlebnisbereich weiter. Im Fokus stehen hier Naturbegegnung, Biodiversität und Kinderspiel mit organischen Materialien. Ein barrierefreier Entdeckerpfad durchzieht das Gebiet in Nord-Süd-Richtung und verbindet verschiedene Spiel- und Erlebnisstationen miteinander. Die Gestaltung folgt einer zurückhaltenden, naturnahen Ästhetik, die durch gezielt eingesetzte Elemente ergänzt wird und ein vielfältiges Raumerlebnis schafft.
Die Wohnhöfe, als „Hand“ und „Fuß“ bezeichnet, bilden schließlich die intimeren Bereiche des Quartiers. Sie sind als eigenständige, ruhigere Räume konzipiert, die sich bewusst von der zentralen Achse lösen. Über Übergangselemente wie Trittsteine wird ein atmosphärischer Wechsel erfahrbar, sodass beim Betreten eine eigene, geschützte Welt entsteht. Gleichzeitig bleibt die Durchwegung gewährleistet. Eine differenzierte Topografie mit Stufen- und Rampenanlagen vermittelt die Höhenunterschiede und stellt eine visuelle sowie funktionale Verbindung zur Kirche her. Ergänzt wird dies durch kindgerechte Spielangebote und Retentionsflächen zur Regenwasserversickerung.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Vernetzung der Wegebeziehungen innerhalb des Quartiers. Ziel ist eine hohe Durchlässigkeit und gute Erreichbarkeit aus allen Richtungen. Der Vorplatz fungiert als offener Übergangsraum, während das Quartiersherz zusätzlich eine wichtige Verteilerfunktion übernimmt. Die im Wettbewerb vorgeschlagene starke Mittelachse innerhalb der Wohnhöfe wird zugunsten einer besseren Verzahnung der Teilräume aufgelöst, ohne dabei wichtige Sichtbezüge – insbesondere zur Kirche – zu verlieren.
Insgesamt entsteht ein vielschichtiges Freiraumsystem, das öffentliche, halböffentliche und private Bereiche miteinander verknüpft. Unterschiedliche Atmosphären, Nutzungen und räumliche Qualitäten greifen ineinander und bilden ein lebendiges, identitätsstiftendes Quartier, das sowohl funktional als auch gestalterisch auf die Anforderungen eines zeitgemäßen urbanen Lebensraums reagiert.

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